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Wohnen im Wandel

dog welcome homeIst die bürgerliche „gute Stube“antiquiert?
Das damalige Wohnzimmer wurde als Vorzeigeraum genutzt und war die Visitenkarte der Eigenheimbesitzer.  Zur Einrichtung gehörte immer: Sofa, Tisch und Stühle, Spiegel und Kommode. Nur Sonntags und an Feiertagen bzw. zu besonderen Anlässen wurde der aufgeräumte und – meist kühle – Raum betreten. Ansonsten war die Wohnküche der Lebensmittelpunkt der Bewohner.
Welche Faktoren bestimmen heute, was gutes Wohnen bedeutet?

Bei der Einrichtung achten Eigenheimbesitzer auf die Qualität des Materials, des Designs und auf eine handwerklich gute Verarbeitung. Die Deutschen präsentieren weiterhin gerne ihr Zuhause.

Mit Gästen und alleine will man heute vor allem bequem und gemütlich sitzen. Dazu gehört eine flexible Heizung, die diesen Komfort spürbar macht.

Als zusätzliches Schmuckstück sind gerade Elektrokamine besonders einfach und flexibel zu stellen. Fußleistenheizkörper dagegen passen sich chamäleonartig der Umgebung an, und auf Rollen sind sie leicht und mobil.

Also ist die Idee der guten Stube heute noch spürbar: als Gastfreundlichkeit.

Kamin gucken statt Fernsehen

Die Notwendigkeit, zu Hause wieder aufzutanken und zu entspannen, ist größer geworden. Ob am Arbeitsplatz, im Supermarkt, in der U-Bahn oder unterwegs, stets lauern Reize und Informationen – sowohl werblicher als auch informativer Natur. Ständig ist man gezwungen, zwischen vielen Alternativen zu wählen und sich zu entscheiden.

Der Rückzug ins Häusliche ist zugleich notwendig, um wieder aufzutanken und gewappnet durch unser Informationszeitalter zu bewegen. Um zu sich zu kommen, ist Fernsehen – die beliebteste Freizeitbeschäftigung der Deutschen – nachweislich wenig förderlich. Den Blick – sozusagen meditativ – in das Flammenspiel eines Kamins zu richten,verhilft zu nachhaltiger Regeneration.

Wärme als Instantlösung

Frühe Heimeligkeit

Unsere Zeit ist schnelllebiger und flüchtiger geworden. Fand früher der Wochenhöhepunkt nach der Kirche beim sonntäglichen Mittagessen statt, ist der tägliche Genuss heute selbstverständlich geworden. Lebensqualität im Sinne von Tageshöhepunkten zieht sich durch unseren Alltag:  Schön und abwechslungsreich essen will man täglich und Sprints von Highlight zu Highlight sind nicht ungewöhnlich.

Für die meisten Paare ist es heute selbstverständlich, gemeinsam zum Einkommen beizutragen und die Kinder zusammen großzuziehen. Im Gegensatz zu früher erledigen die meisten Frauen (und Männer) die Hausarbeit heute nebenbei nach der Rückkehr vom Arbeitsplatz. Das heißt, die Aufgaben haben sich zum einen multipliziert und zum anderen lösen sich alte Rollenmuster auf. Dieses veränderte Rollenverständnis führt gleichzeitig zu einem ökonomischeren Umgang mit Zeit im Wohnbereich. Denn mehr Aufgaben müssen in kürzerer Zeit erledigt werden.

Statt Kartoffeln zu schälen, werden mit wenigen Handgriffen Instant-Gerichte auf den Tisch gebracht. Zur Unterstützung eines guten Zeitmanagements werden im Wohnbereich Geräte eingesetzt, die auf Knopfdruck arbeiten, wie die Waschmaschine und der Trockner. Auch die Heizung wärmt auf Knopfdruck.

Auf Knopfdruck

Selbst der wird überflüssig, wenn ein Thermostat installiert wurde. Es gehört zum Selbstverständnis unseres Alltags, die schnelle und problemlose Umsetzung unserer Bedürfnisse zu bekommen. Und wir schaffen uns ein hohes Maß besinnlicher Situationen. Der E-Kamin bedient genau diese Erwartungshaltung.

Das Entspannungsmoment vor dem Kamin zu sitzen kann zur Dauereinrichtung werden – je nach Bedarf und Tagesverfassung. Dieser Genuss ist sofort per Knopfdruck hergestellt.

Am Anfang war die Feuerstelle

Der Anfang des kulturellen Lebens ist eng mit der Feuerstelle verbunden. Bereits vor 80 000 Jahren versammelten sich die Menschen um das Feuer.

Gemütlicher Platz am Herd

Neben dem lebensnotwendigen Schutz vor wilden Tieren und Kälte, war die Feuerstätte bereits zu jener Zeit Sinnbild für Gemeinschaft und Gespräch.
Dass die Faszination des Feuers bis heute ungebrochen ist, gehört zu den archaischen Überbleibseln.

Feuerwarm

Die Inszenierung des Feuers und seine Ritualisierung kennt jeder: Das Osterfeuer, das Lagerfeuer und das abendliche gemeinsame Sitzen um ein Grillfeuer, das gerade in den letzten Jahren in den Großstädten bei warmen Temperaturen stark zugenommen hat.

Was macht eigentlich ein Stubenhocker?

Stubenhocker

Trendforscher bezeichnen den menschlichen Wunsch nach Nestwärme als Cocooning, also als das Einspinnen in die eigenen vier Wände. Mit dieser Wortschöpfung wird deutlich, wie sich die Einstellung zum Wohnen verändert hat. Denn Cocooning ist nichts anderes als die Aufwertung des früher abschätzig bezeichneten Stubenhockers.
Ebenso naturbedingt bei Mensch und Tier ist der Nestbautrieb. In diesem Zusammenhang hat sich jüngst der Trendbegriff „Homing“ etabliert und meint das gemütliche Wohnen im eigenen Stil. Dafür werden Feng Shui Berater und Inneneinrichter konsultiert und selbst für Entrümpelung und Aufräumen ist eine Dienstleisterbranche entstanden.
Neben dem Wunsch, eine schöne und vorzeigbare Wohnumgebung zu besitzen, geht es beim individuellen Wohnen darum, persönliche Akzente zu setzen.

Wärme wird unsichtbar

Wohnkultur ist mit Wärme eng verbunden.

Wärme wird unsichtbar

Anschaulich wird dies anhand der Entwicklung der offenen Feuerstelle: Vom traditionellen offenen Kamin hin zum Kachelofen und schließlich zu allen handelsüblichen Flachheizkörpern wird deutlich, wie sich Heizobjekte kontinuierlich verschlankt haben und damit zunehmend „unsichtbar“ wurden. Davon zeugt auch die Nachfrage nach Heizungsverkleidungen. Durch die bürgerliche Kultur des „Homing“ wurden Heizkörper als Subjekt neu entdeckt und wiederum Gegenstand von Gestaltung.
Die Entwicklung und die wachsende Nachfrage von E-Kaminen korrespondiert mit diesen tiefgreifenden Veränderungen unserer Lebensgewohnheiten und Lebenshaltungen.