Archiv für Dezember, 2010

Wie misst man eigentlich gefühlte Temperatur?

Wenn wir an einem feuchtkalten und windigen Wintertag spazieren gehen und das Thermometer 1 Grad Celsius anzeigt, empfinden wir das subjektiv kälter als einen Spaziergang bei minus 5 Grad Celsius an einem windstillen Tag mit trockener Luft. Wetterexperten sprechen in diesem Zusammenhang von der sogenannten gefühlten Temperatur und stellen diese in Grad Celsius dar. Welche Messdaten werden zur Berechnung zugrunde gelegt?

Gefühlt: Eiskalt

Gefühlt: Eiskalt

Wetterexperten bestimmen anhand objektiver Messwerte die wahrgenommene Umgebungstemperatur. Dazu zählen: Lufttemperatur, Luftfeuchte und –strömung sowie Strahlungstemperatur, die das Temperaturempfinden bestimmen.

Der Deutsche Wetterdienst nutzt hier das Klima-Michel-Modell als Energiebilanzmodell des Menschen. Anhand des Modells wird das Temperaturempfinden eines so genannten Durchschnittsmenschen errechnet. Für diesen Durchschnittsmenschen, Michel genannt, liegen folgende Annahmen zugrunde: Er ist 1,75 Meter, wiegt 75 Kilogramm und ist 35 Jahre.
Dabei werden die genannten Umgebungsfaktoren als Ganzes berücksichtigt.
Auf der Basis dieser Parameter kann man das Temperaturempfinden eines Durchschnittsmenschen beschreiben und dies in Grad Celsius bestimmen hinsichtlich Behaglichkeit, Wärmebelastung und Kältestress.